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Pflegegrad beantragen: Schritt für Schritt zum Bescheid

Aktualisiert am 05.07.2026 · Beträge amtlich geprüft (BMG/SGB XI) · Lesezeit ca. 7 Minuten

Ob nach einem Krankenhausaufenthalt oder weil es zuhause schleichend mehr wird: Der Pflegegrad ist der Schlüssel zu fast allen Leistungen der Pflegeversicherung. So stellt ihr den Antrag richtig — und vermeidet die typischen Fehler.

1. Antrag stellen — sofort, formlos, datumssichernd

Der Antrag geht an die Pflegekasse (sie sitzt bei der Krankenkasse der pflegebedürftigen Person). Ein Anruf oder ein formloses Schreiben genügt: „Hiermit beantrage ich Leistungen der Pflegeversicherung." Wichtig zu wissen:

2. Die Begutachtung: So wird der Pflegegrad ermittelt

Die Begutachtung folgt dem Neuen Begutachtungsassessment (NBA). Bewertet wird die Selbstständigkeit in sechs Modulen — nicht die Diagnose, sondern was die Person im Alltag noch allein kann:

ModulGewichtung
1. Mobilität10 %
2. Kognitive & kommunikative Fähigkeiten15 % (höherer Wert zählt)
3. Verhaltensweisen & psychische Problemlagen
4. Selbstversorgung (Waschen, Anziehen, Essen …)40 %
5. Umgang mit Krankheit & Therapie20 %
6. Alltagsleben & soziale Kontakte15 %

Aus den Punkten (0–100) ergibt sich der Pflegegrad: ab 12,5 Punkte Pflegegrad 1, ab 27 Pflegegrad 2, ab 47,5 Pflegegrad 3, ab 70 Pflegegrad 4, ab 90 Pflegegrad 5.

Tipp: Viele Pflegebedürftige zeigen sich beim Besuch der Gutachterin von ihrer besten Seite („guter Tag"). Führt vorher 1–2 Wochen ein Pflegetagebuch und seid beim Termin dabei — schildert den Alltag ehrlich, auch die schlechten Tage.

3. Bescheid, Geld und Fristen

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Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis der Pflegegrad bewilligt wird?

Die Pflegekasse muss in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen nach Antragseingang entscheiden. Verzögert sie die Entscheidung ohne wichtigen Grund, kann pro angefangener Woche eine Verzögerungspauschale fällig werden.

Ab wann gilt der Pflegegrad?

Rückwirkend ab dem Monat der Antragstellung. Deshalb gilt: Antrag so früh wie möglich stellen — ein formloser Anruf oder ein Zweizeiler an die Pflegekasse genügt, um das Datum zu sichern.

Was passiert bei der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst?

Eine Gutachterin oder ein Gutachter besucht die pflegebedürftige Person in der Regel zuhause und bewertet die Selbstständigkeit in sechs Lebensbereichen (Neues Begutachtungsassessment, NBA). Daraus ergibt sich ein Punktwert zwischen 0 und 100, der über den Pflegegrad entscheidet.

Kann ich gegen den Bescheid Widerspruch einlegen?

Ja, innerhalb eines Monats nach Zugang des Bescheids — formlos und ohne Begründungspflicht (die Begründung kann nachgereicht werden). Ein gut geführtes Pflegetagebuch ist im Widerspruchsverfahren das stärkste Beweismittel.

Wie viel Pflegegeld gibt es 2026?

Bei häuslicher Pflege durch Angehörige: Pflegegrad 2: 347 €, Pflegegrad 3: 599 €, Pflegegrad 4: 800 €, Pflegegrad 5: 990 € monatlich. 2026 bleiben die Beträge unverändert; die nächste Anpassung ist für 2028 vorgesehen.